Seele inside

Stell dir den kleinsten Microorganismus vor, den wir mit unseren heutigen Gerätschaften sehen, messen, erkennen können. Und dann stell dir vor das innere dieses Microorganismes ist das Universum in dem wir leben.

Stell dir vor, wir liegen genauso für jemandem unter einem Microskop und werden als Einzeller oder Zweizeller betitelt, ja vielleicht sogar als Virus. Weil dieser jemand das Menschsein mit seiner ganzen Kultur und der Entstehungsgeschichte die wir seit Jahrtausenden dokumentieren und in Bibliotheken aufbewahren mit seinen Sinnen gar nicht erfassen kann?

Wir bezeichnen Lebewesen, die nach unserer Auffassung dem Menschen in der gehirnfunktionalität und im Fortschritt nicht ähnlich sind, als primitiv.

Vielleicht ist die Volksgeschichte der Blattschneiderameisen und ihrer Artgenossen auch geschrieben. Aber nicht mit Tinte auf Papier, sondern vielleicht mit elektroimpulsen in ihren Genen vererbt. Vielleicht würden sie uns als primitiv bezeichnen, weil in ihren Augen und Sinnen, Tinte und Papier, Buchstaben und Zahlen nicht verständlich, nicht greifbar sind, so wie für uns, ihre Art zu kommunizieren nicht greif- und messbar ist.

Nur weil wir etwas nicht sehen oder begreifen können, bedeutet es nicht, dass es nicht existiert oder primitiv ist.

Der Mensch ist ein Microorganismus in der großen Evolutionskette LEBEN.

Vielleicht ist er ein Experiment von etwas Größerem, bestückt mit verschiedenen Emotionsprogrammen. Ein Lebender Computer, den wir mit unserem technisch begreifenden Horizont einfach nicht Ermessen können.

SEELE inside.

Aber vielleicht war ja auch alles nur ein Traum.

Pearl Morninglight ©

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Das alte Kino

Gestern vor 5 Jahren waren mein Mann und ich in dem uralten Kino meiner Kindheit.

Auf der Schwingtür zum Foyer steht auf einem alten Emaille Schild

„Einlass eine halbe Stunde vor Filmbeginn“

Vor einigen Jahren mit HD Dolby Sourround ausgestattet hat sich sonst nichts verändert.

Die kleine Kasse mit der Durchreiche, die Holztheke mit Süßigkeiten und der alten Popcornmaschine;

Der riesige ganz leicht abfallende Saal mit seinen einfachen rotbepolsterten Stuhlsitzreihen;

Der alte Holzdielenboden der bei jedem Schritt knarrt;

Die grauen in Rauten abgesteppten Polsterwände mit ihren länglich gefächerten Messingbeleuchtungen und die unglaublich hohe Decke mit ihren zwei riesengroßen Abluftventilatoren, die kunstvoll vergittert leise surren.

Die Leinwand, verhüllt von einem samtig roten Vorhang ist doppelt so groß, wie in den neuen Kinos.

Ich bin froh, dass es dieses nostalgische Kino immer noch gibt.

Wir sahen uns damals Cloudatlas an, einer der besten Filme, die ich je gesehen habe und es war ein wahrliches Fest.

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Prügelknabe Leben

Das Leben zum Prügelknaben machen nur weil man seine Sprache nicht versteht, macht dem Leben nichts aus.

Es liebt einen;
weiter und weiter,
nachsichtig, sanftmütig und geduldig.
So lange, bis man es versteht und darüber hinaus.

Pearl Morninglight ©

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In meinem nächsten Leben…

In meinem nächsten Leben bewohne ich mit meinem Mann und meiner Tochter eine kleine, alte, helle Villa, mit hohen Fenstern. Das Mauerwerk ist mit wildem Wein und Efeu bewachsen.

Die Tür zu unserem Haus ist immer offen.

Auf der Terrasse, die von Tuffsteinen und Blaukissen gesäumt ist, steht zwischen bunten Blumentöpfen eine große gelbe Hollywoodschaukel mit vielen Kissen.

Breite Pflastersteine führen zu einer betagten Trauerweide im Garten, unter deren Blättervorhang sich ein großer Tisch mit einer weißen Leinentischdecke und vielen verschiedenen Stühlen befindet. Genau über der Mitte des Tisches, an einem Ast, hängt ein verschnörkelter sechsarmiger Kronleuchter, in dessen Fassungen Kerzen stecken. Der Blättervorhang ist an einer Stelle zurückgebunden, damit man ungehindert eintreten kann.

Neben dem natürlichen Schwimmteich, der von einem Bach gespeist wird, befindet sich das Nebenhaus mit einer Glasfront, dass zu mehreren hellen Ateliers unterteilt ist. An den Fensterstöcken wachsen Kletterrosen in allen Farben empor.

Es gibt ein Schmuck Atelier, ein Glas Atelier, ein Atelier zum malen und um neue Dinge auszuprobieren; eines zum Schreiben und eine Werkstatt für die groben Sachen.

In meinem nächsten Leben, sind meine Eltern glücklich und haben Zeit. Sie fördern meine Vielfältigkeit und bringen mir bei, meine Gewissenhaftigkeit zu schulen.

Hinter dem Schwimmteich stehen zwei Birken mit einer Hängematte, in der ich meine Gedanken fliegen lassen kann. Der Rasen des ganzen Gartens ist eine Blumenwiese in der Obstbäume stehen. Nur die Wege in ihr sind gemäht und mit einzelnen großen Pflastersteinen versehen.

Ich bringe Eindrücke und Ideen von unseren Reisen mit dem Wohnmobil mit, trage sie freudig in meine Ateliers und erwecke sie zum Leben.

In meinem nächsten Leben lasse ich mir nicht mehr einreden, dass man sich im Leben nur auf eine Sache konzentrieren soll, wo doch soviele andere auch nach mir rufen.

Ich drehe bunte Glasperlen und hülle sie in geblasene Glaskugeln; bringe Edelsteine in fantasievolle Silber- und Goldfassungen; poliere Flussteine und montiere sie als Griffe an Schubladen; verbinde Schwemmhölzer mit Glas und forme Wände mit Mosaik.

In meinem nächsten Leben schaffe ich die Voraussetzungen, meine Gaben zu realisieren und Zeit für meine Verantwortung zu haben.

Ich lasse mich von niemandem davon abbringen. Auch nicht von mir selbst.

Wäre ich mit all dem jetzigen Wissen auf die Welt gekommen, wäre mein Leben zwar anders verlaufen, aber es hätte immer etwas gefehlt.

Die Lebenserfahrung, die einem das Wesen und die Persönlichkeit färbt.

In meinem nächsten Leben schaffe ich einen Raum für mein ganzes Ich.

Pearl Morninglight ©

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Wenn ich gehe

Wenn ich gehe, dann bette mich zwischen die Wurzeln der Trauerweide.

In den Gräsern und Seidenflügeln der Käfer.

Im Flug der Schmetterlinge und im glitzern der Tautropfen.

In den Sonnenstrahlen die durch Laub blinzeln und den Regetropfen, die an dein Fenster klopfen.

Im Moos, das seine kleinen Köpfchen empor ragen lässt und in ausgewaschenen Treibhölzern, die kunstvoll an unberührten Flussufern liegen.

In den Farben der Herbstblätter, die mit dem blau der Tage besonders miteinander leuchten und in den Schneeflocken, die sich still auf alles niederlegen.

In kleinen Eissternen auf deinem Fahrradsattel, die aussehen wie kleine Blüten und in morgendlichen Nebeldecken, die sanft über dem Boden schweben.

Im Tanz filligraner Fliegen, die sich übermütig in der Abendsonne tummeln und in zarten Frühlingsknospen, die langsam erwachen.

In verloren gegangenen Vogelfedern, die Wiesenwege schmücken und in den Spiralen leerer Schneckenhäuser.

In dunkelweichen Wasseroberflächen, die mit der Sonne spielen, als wären abertausend Sternschnuppen herabgefallen und in bunten Kieseln, die an Ufern liegen.

Im Blick deiner Augen, die sehen und in deinem Lächeln.

Dort wirst du mich immer finden.

Wenn ich gehe, dann bette mich zwischen die Wurzeln der Trauerweide.

Pearl Morninglight ©

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Trost

Die Melancholie der Vergänglichkeit spielt ihre Weise

leise

Wenn ein Stück fehlt um Ganz zu sein
weil es den Raum gewechselt hat

Was zurück bleibt und was fort ist
Beides ist ohne das Andere
und doch sind sie mit allem was ist

Ewig

Pearl Morninglight ©

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Nachmittags in den Flussauen

Tage wie diesen
ins Bilderbuch der Erinnerungen kleben
damit Gemüt und Seele im Winter darin blättern können

Pearl Morninglight ©

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Mathematik by nature

Symmetrie und Gleichgewicht
Die Natur kann das ganz ohne die Mathematik lernen zu müssen
denn es ist in ihr eingewoben

Pearl Morninglight ©


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HerbstLicht

‪Sanft
ja fast zärtlich‬
liegt dieser trübe Tag im seengleichen Fluss
Streichelt Sand und Wasser weich mit seinem Licht
und bettet wie in farbgem Nebel
alles was unter der Oberfläche ruht
Und während ich hineintauche in diesen Anblick
nimmt er mich mit
in einem Segelflug aus Stille und Frieden

Pearl Morninglight ©


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12 kleine Schneeflocken

Es waren einmal 12 kleine Schneeflocken, die wohnten in einer Winterwolke.

Sie bestanden jede aus genau 12 klitzekleinen Eiskristallen und jedes davon wiederum aus 12 und das ganzgenau 12 mal.

Und als sie am 12.12.2012 ihr Zuhause verließen, dauerte ihr Schwebeflug zur Erde genau 12 Minuten und 12 Sekunden.

Punktgenau zu Beginn der 12ten Sekunde, landeten sie nacheinander auf der 12cm langen Mohrrübennase eines Schneemanns und verschmolzen miteinander zu einem klitzekleinen See.

Als die 12te Schneeflocke genau zum Ende der 12ten Sekunde in die klitzekleine Seeoberfläche tauchte, setzte sich dieser als klitzekleines Rinnsal in Bewegung Richtung Mohrrübenspitze.

Die holperigfließkriechende Reise dorthin dauerte genau 12 Sekunden.

Und als sich dann nach weiteren 12 Sekunden das klitzekleine holprigfließkriechende Rinnsal zu einem wohlgeformten Tropfen an des Schneemanns Nasenspitze formiert hatte, berührte just in dem Moment als sich der Tropfen löste, ein Sonnenstrahl die kleingewölbte Oberfläche so das man aus einem Winkel von 12 Grad für den Bruchteil einer 12tel Sekunde einen 12spitzigen Sonnenstrahlstern erblicken konnte, bevor der Tropfen in den Schneeflockenkristalltepich der sich auf dem Rasen ausgebreitet hatte eintauchte.

Und wenn sie nicht gestorben sind (und das sind sie definitiv nicht)
dann sind sie nach 12 Monaten wieder als Schneeflocken vom Himmel gefallen, so wie auch dieses Jahr.
Irgendwie
Irgendwo
Irgendwann

Pearl Morninglight ©

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